›Und was hat das mit mir zu tun?‹
Transnationale Geschichtsbilder zur NS-Vergangenheit

›Geschichte ist für uns, dass sich die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft.‹
Sara Gabr und Besiana Grdela, SchülerInnen

Wie wird Geschichte gemacht? Wie wird Geschichte vermittelt? Wie wird Geschichte wahrgenommen? Und welche Rolle spielen dabei Jugendliche und SchülerInnen – vor allem in einer
multiidentitären Gesellschaft, die von Migration geprägt ist und sich nicht mehr auf ein für alle verbindliches nationales Geschichtsnarrativ reduzieren lässt? Welchen Einfluss auf Geschichtsbilder haben Perspektiven von SchülerInnen, deren Ansätze und Erfahrungen die nationalen Grenzen des gängigen Geschichtsunterrichts überschreiten? Wie verändert Migration den Blick auf die Geschichte der Shoah und des Zweiten Weltkriegs in österreichischen Schulen und in der österrei-
chischen Gesellschaft allgemein?

Das Projekt ›Und was hat das mit mir zu tun?‹ will Beiträge zu derzeit lebhaft diskutierten Fragestellungen in Geschichts-
wissenschaft, Pädagogik, Museologie, empirischer Sozialwissen-
schaft und Migrationsforschung liefern. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit SchülerInnen und LehrerInnen des Brigittenauer Gymnasiums in Wien.

In den nächsten zwei Jahren gehen die SchülerInnen des Brigittenauer Gymnasiums ihren eigenen Fragen an die Zeit-
geschichte nach. Zusammen mit WissenschafterInnen, Lehre-
rInnen, VermittlerInnen und GestalterInnen werden Wissens-
formen ausgetauscht, zusammengeführt und neue Ansätze für Forschung und Vermittlung entwickelt. Die aktive Beteiligung von SchülerInnen und LehrerInnen auf allen Ebenen des Projekts ist dabei ein integraler Teil des Forschungsansatzes.

Die Schule wird nicht nur zum Ort der Untersuchung, sondern auch der Wissensproduktion. Der Standort des Brigittenauer Gymnasiums selbst hat einen historischen Bezug. In einem Gebäudeteil, einer ehemaligen Volksschule, war im Jahr 1938 ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet. Gemeinsam mit den SchülerInnen werden Interventionen in die bestehende Ausstellung/Gedenkstätte in den Kellerräumen des Brigittenauer Gymnasiums erarbeitet, die sich multiperspekti-
visch mit Nationalsozialismus und Shoah beschäftigen.


Gemeinsam mit
PD Mag. Dr. Dirk Rupnow (Wien/Innsbruck)
und Mag. Ines Garnitschnig (Wien)

Wissenschaftliche Kooperationspartner
Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für das künstlerische Lehramt
Ludwig-Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft

Beteiligte Schule
Brigittenauer Gymnasium, Wien

Projektdauer
September 2009 bis 31. August 2011


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›So, what does this have to do with me, anyway?‹
Transnational Perceptions of the History of National Socialism and the Holocaust

How do people make history? How do historians and teachers communicate history? How do students and the public in general perceive history? And what role do students play in history – especially in a diverse society, increasingly influenced by immigration, without a single national historical narrative for all? The variety of different and even contradictory perceptions of history, resulting from a range of traditions and experiences, and mediated through transnational processes that affect young people growing up in Austria today is largely unexplored. How easy or hard is it for students to accept National Socialism and the Holocaust as integral parts of Austrian history? What is the influence of perspectives brought from abroad and experiences made outside Austria in this context? How does migration change the perception of the history of National Socialism and the Holocaust in Austrian schools and in Austrian society in general?

This project is designed to contribute to ongoing debates in historical research, education, museology, empirical social science and migration research. Beyond that, students will be encouraged to deal with essential topics of contemporary history and engage actively and reflexively in scholarly research. New instruments and methods for dealing with National Socialism and the Holocaust in an environment of diversity and migration will be developed and implemented. The active participation of students as well as teachers at all levels of the research process is an essential and distinctive feature of the project’s approach. At the same time, the conditions for successful cooperation between science/-
scholarship, schools, and students in general will be evaluated.

The school becomes not only an object of research but is also turned into a place of knowledge production. The very location of the Brigittenauer Gymnasium has a historical significance due to its use as a Gestapo prison in 1938. Together with the students, interventions into the existing exhibition/memorial will be developed.


Ein Projekt durchgeführt im Rahmen des Förderprogramms Sparkling Science, gefördert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.




Link:
http://www.sparklingscience.at/

Link:
http://www.borg20.at/

Link:
http://orf.at/NEWS


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Transnationale_Geschichtsbilder.pdf (64 KB)